Psychotherapy & Philosophical Praxis

Philosophische Praxis · Wohlbefinden

Gut zu leben
ist erlernbar.

Phronesis Therapy begegnet uns mit philosophischer Weisheit an den alltäglichen Stellen, an denen das Leben schwierig wird. Sie eröffnet einen Weg, jene Verbindung zwischen Tun und Handeln, zwischen Denken und Leben zu knüpfen — und zu sehen.

Ansatz — Die Lebenswelt

Warum Philosophie und Begleitung zusammen?

Wenn uns etwas bedrückt, suchen wir oft ein fertiges Rezept. Doch die wirklichen Fragen des Lebens — wie soll ich leben, was soll ich schätzen, was soll ich hier tun? — passen in keine Schablone. Philosophische Praxis ist ein Weg, diese Fragen gemeinsam zu durchdenken: Sie nimmt deine Gefühle ernst und eröffnet zugleich im Licht von Vernunft und Werten eine neue Sicht. Das Ziel ist nicht, dich in eine Theorie einzupassen, sondern dich zu begleiten, während du in deiner eigenen Lebenswelt das rechte Maß findest.

Phronesis — Praktische Klugheit

Phronesis — ein klarer Kopf fürs Leben.

Phronesis ist die Tugend, die Aristoteles „praktische Klugheit“ nannte; sie kommt vom altgriechischen Wort phren — Geist, Herz und Denken. Sie ist weder Buchwissen noch ein Handwerk — sie ist die Fähigkeit, in jeder einzelnen Situation die richtige Antwort auf „Was soll ich hier und jetzt tun?“ zu sehen und sie auch zu tun. Diese Fähigkeit wächst durch Erfahrung, indem man das Richtige immer wieder tut. Die gute Nachricht: Phronesis ist erlernbar.

σοφία

Theoretische Vernunft · sicheres Wissen

Richtet sich auf unwandelbare Wahrheiten, die Gewissheit des Wissens und das „Was ist“.

φρόνησις

Praktische Vernunft

Richtet sich auf das Handeln, alltägliche Entscheidungen und moralische Entscheidungen; auf „Was soll ich hier und jetzt tun?“.

Phronesis arbeitet nicht mit auswendig gelernten Regeln; in wechselnden, offenen Situationen verlangt sie sorgfältiges Abwägen (bouleusis), um die passendste Entscheidung zu finden. Sie ist zugleich der Kompass der Tugenden: Sie führt dazu, Mut oder Großzügigkeit am richtigen Ort und im richtigen Maß einzusetzen — also die rechte Mitte zu finden.

φρόνησις auf der Spur — die Reise des Begriffs durch das antike Denken →

Seit Jahrhunderten zielte jedes Problem, mit dem die Philosophie gerungen hat — über den Menschen und seine Lebenswelt —, letztlich darauf, uns zu einer lebenswerteren Welt zu führen. Die Philosophie war von Anfang an praktisch.

Besonnenheit

Von Aristoteles bis heute

Fünf Möglichkeiten

Wir verfolgen das gute Leben in fünf Gedanken, die bis heute zu uns sprechen.

01

Glück erreicht man durch Handeln, nicht durch Worte.

Glück oder Gelingen (eudaimonia) kommt nicht durch schöne Worte oder gute Absichten; es wird erst durch Handeln möglich. Ein gutes Leben bauen wir nicht durch das, was wir sagen, sondern durch das, was wir tun. Auch in der Sprache der Psychologie: Wohlbefinden ist ebenso eine Weise des Tuns wie ein Gefühl — es verwirklicht sich, indem es gelebt und getan wird.

02

Der Mensch wird durch sein Leben.

Der Mensch ist kein vorgegebenes, fertiges Wesen; wir machen uns selbst durch unser Leben und unsere Entscheidungen. So wird auch Tugend gelernt: durch Gewöhnung, durch Tun. Der Gedanke beginnt den Wandel, doch er wird erst wirklich, wenn er getan wird. „Der Mensch ist nichts anderes als das, wozu er sich macht.“ — Sartre

03

Tugend ist die maßvolle Mitte zwischen zwei Extremen.

Jede Tugend steht zwischen zwei Übermaßen. Großzügigkeit heißt, weder geizig noch verschwenderisch zu sein; Mut, weder feige noch tollkühn. Es geht nicht darum, das Gefühl zu leugnen, sondern ihm im richtigen Ding, im richtigen Maß, zur richtigen Zeit Raum zu geben.

04

Das Wollen ist die Wahrheit des Menschen.

Wollen und Begehren sind kein von außen hinzugefügter Makel; sie sind die Wahrheit dessen, wer wir sind. Das Ziel ist nicht, diese Kraft zu unterdrücken oder zu leugnen. Sie zur rechten Zeit zum Schweigen bringen, zur rechten Zeit zügeln zu können — das öffnet die Tür zur Ruhe.

05

Tugenden sind erlernbar.

Tugend ist nicht von Geburt an festgelegt; sie wird durch Wiederholung und Übung erworben. Hilfsbereit werden wir, indem wir helfen; gerecht, indem wir gerecht handeln. Wir werden in die Richtung dessen geformt, was wir tun — darum ist Veränderung möglich und nie zu spät.

Mäßigung — Mesótēs

Die rechte Mitte: nicht zu viel, nicht zu wenig.

In der Nikomachischen Ethik bestimmt Aristoteles die Tugend als die Fähigkeit, die rechte Mitte zwischen zwei extremen Verhaltensweisen zu finden — griechisch Μεσότης (mesotes). Das eine Extrem ist das Übermaß, das andere der Mangel; die Tugend ist der ausgewogene Zustand genau in der Mitte.

Mäßigung ist die Tugend, die besonders bei körperlichen Lüsten — Essen, Trinken, Berührung — ins Spiel kommt. Am einen Extrem die Zügellosigkeit: Sklave der Lüste zu sein, sie unvernünftig und grenzenlos zu begehren. Am anderen die Unempfindlichkeit: gegenüber menschlichen Lüsten gänzlich unbewegt zu bleiben, sie wider die Natur ganz zu verweigern.

Mäßigung bedeutet nicht, die Lust zu zerstören oder keine Freude am Leben zu haben. Sie heißt, körperliche Lüste zur rechten Zeit, im rechten Maß, auf rechte Weise und unter der Führung der Vernunft (logos) zu leben — eine vernünftige Selbstbeherrschung und Harmonie über unsere Triebe.

Eine Tafel der Tugenden

  • Tapferkeit — die Mitte zwischen Furcht und Verwegenheit. Die allzu Kühnen sind tollkühn; die von der Furcht Überwältigten feige. (Für den übermäßig Furchtlosen gibt es keinen eigenen Namen.)
  • Mäßigung — die Mitte bei den körperlichen Lüsten. Ihr Übermaß ist die Zügellosigkeit (mangelnde Selbstbeherrschung), ihr Mangel die selten gesehene Unempfindlichkeit.
  • Großzügigkeit — die Mitte im Geben und Nehmen von Geld. Ihr Übermaß ist die Verschwendung, ihr Mangel der Geiz. (Der Verschwender gibt zu viel und nimmt zu wenig; der Geizige umgekehrt.)
  • Pracht (Großgesinntheit) — die Mitte bei großen Ausgaben; anders als die Großzügigkeit betrifft sie große Unternehmungen. Ihr Übermaß ist geschmacklose Protzerei, ihr Mangel die Kleinlichkeit.

— Aristoteles, Nikomachische Ethik (Ἠθικὰ Νικομάχεια), 1107b

tugendbasierte Therapie — diese Tugenden ins Wohlbefinden tragen →

Für wen

Woran arbeiten wir gemeinsam?

iFragen nach Sinn und Wert iiLebensübergänge und schwere Entscheidungen iiiAngst und existenzielle Nöte ivIdentität, Verantwortung und Beziehungen vNachdenken über „das gute Leben“

Über mich

Dr. Ramazan Çarkı

An der Schnittstelle von Philosophie und Psychologie.

Dr. Ramazan Çarkı. Doktor der Philosophie; derzeit im Masterstudium der Klinischen Psychologie. An der Schnittstelle von Philosophie und Psychologie verfolge ich einen Ansatz, der das Denken jedes Menschen in seiner eigenen Lebenswelt begleitet — ohne den Menschen auf eine Theorie zu reduzieren.

Mein Ziel ist es nicht, Sie in einen vorgefertigten Rahmen einzuordnen, sondern gemeinsam mit Ihnen zu denken — in Ihrer eigenen Wirklichkeit und Ganzheit.

ORCID  0000-0002-8989-3348

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